Veröffentlicht am Februar 9, 2010 von paderbornersj
Der Regisseur Christoph Schlingensief (Bild: AP)
Moderation: Klaus Pokatzky
Für den Regisseur Christoph Schlingensief hat sich heute ein Traum erfüllt: Er legte den Grundstein für das von ihm erdachte Operndorf in Burkina Faso. Das Dorf solle Kunst und Leben zusammenbringen. “Und deshalb wird hier nicht das Bayreuth imitiert oder nachgebaut, das braucht Burkina beim besten Willen nicht”.
Klaus Pokatzky: Erst dachten ja viele, das ist wieder so ein spinnertes Projekt von Christoph Schlingensief, dem Regisseur und Aktionskünstler, dem Schöpfer des deutschen Kettensägenmassakers. Erst fragten sich ja viele, schafft er das wirklich, im westafrikanischen Burkina Faso ein ganzes Operndorf aus dem Boden zu stampfen? Er hat es geschafft, heute war die Grundsteinlegung.
Wie viel Wahnsinn verträgt die Kunst? Reichlich Wahnsinn verträgt die Kunst – schließlich haben Genie und Wahnsinn immer schon nahe beieinander gewohnt. Wie viel Wahnsinn die Kunst verträgt, das will der Regisseur Christoph Schlingensief nun in Afrika austesten, in Burkina Faso, dem früheren Obervolta. Nahe der Hauptstadt Ouagadougou soll das Operndorf “La Ogo” entstehen, ein afrikanisches Bayreuth. Geplant wird es von dem Architekten Francis Kéré, der aus Burkina Faso stammt und in Berlin lebt. Es gibt auch eine Schule und eine Krankenstation. Unterstützt wird das Projekt von der Kulturstiftung des Bundes, dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut, und am Telefon begrüße ich nun Christoph Schlingensief in Burkina Faso. Guten Tag, Herr Schlingensief!
Christoph Schlingensief: Ja, guten Tag, ich grüße Sie, hallo!
Weiterlesen
Weiterführende Links:
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Afrika, Architectur, Deutschland, Klimaanlage ohne Strom | Mit Tag(s) versehen: Aga Khan Award for Architecture, Burkina Faso, Christoph Schlingensief, Festspielhaus in Afrika | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Februar 6, 2010 von paderbornersj
© Rainer Jensen/dpa

Imam in der Sehitlik-Moschee in Berlin
Am Anfang steht der revolutionäre Impuls. Fast alle religiösen Bewegungen haben ihren Ursprung in einem Aufbegehren gegen erstarrte Glaubensdoktrinen. Nach einiger Zeit allerdings, wenn aus der neuen Lehre selbst eine gefestigte religiöse Tradition geworden ist, neigt diese – wie jede in die Jahre gekommene Revolution – verstärkt zur Beharrung, zum Widerstand gegen Veränderungen und damit letztlich zur Verkrustung.
Weiterlesen…
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Christentum, Deutschland, Islam, pluralismus | Mit Tag(s) versehen: Deutschland, Islamische Religionsgelehrte ausbilden, Islams in Deutschland, Religiös pluralisierten Welt, Religiöse Vielfalt, Religionswissenschaft | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Februar 6, 2010 von paderbornersj
Am kommenden Montag geht es endlich los. Aus einer lang geträumten Idee wird endlich ein kleines Stückchen greifbare Realität: In Ouagadougou, der Hauptstadt der ehemaligen französischen Kolonie Burkina Faso, wird der Grundstein von Christoph Schingensiefs „Festspielhaus in Afrika“ gelegt – einem Operndorf, das am Ende mehr sein wird, als ein Festspielhaus, wie wir es in Europa kennen.
Seit Weihnachten 2008 steht die Idee ausgesprochen im Raum, denn zu dem Zeitpunkt lernen sich das so genannte „Enfant Terrible der deutschen Theaterlandschaft“ und der Architekten und Aga-Khan-Preisträger Diébédo Francis Kéré kennen. Der Beginn des Projekts ist gleichzeitig der Beginn einer Freundschaft, die mit der Zeit weitere Künstlerfreude wie Roland Emmerich, Herbert Grönemeyer und Henning Mankell für die Idee begeistert und mit sich zieht.
Und welche Idee steht hinter dem Festspielhaus? Aus den Begriffen „Soziale Plastik“, „Totales Theater“ und dem Wunsch, die Kultur in Afrika zu fördern, entsteht Schlingensiefs Gedanke eines sozialen Festspielhauses. Es beginnt eine lange Suche nach einem geeigneten Standort – Afrika ist groß. Als im vergangenen Sommer zur Regenzeit eine informelle Siedlung in Laango am Stadtrand von Ouagadougou durch die Fluten im wahrsten Sinne des Wortes „weggespült“ wird, steht der Ort fest – das Konzept des Festspielhauses wird zu einem „Operndorf“ erweitert.
Neben dem Theater sollen in Laango nun auch eine Schule für 500 Kinder mit Musik- und Filmklassen, Werkstätten, eine Krankenstation, Solaranlagen und, ganz wichtig für Afrika, ein Brunnen entstehen. Laut Schlingensief können „die Menschen zu uns kommen, bei uns Theater spielen, aber auch lernen, wie man ein einfaches solides Haus baut. Wir könnten die so geschaffenen Prototypenhäuser als Umkleideräume für die Künstler oder als Gästehäuser für auswärtige Künstler nutzen. Es wird mehr ein Operndorf als ein Opernhaus. Das Theater soll allmählich wachsen.“
Bisher wurden eine Millionen Euro für das Projekt gesammelt. Das Innenleben des Theaters sowie dreizehn Theatercontainer wurden von der Ruhrtriennale gestiftet und kürzlich zusammen mit Bühnenbauten und Bühnenbildern nach Ouagadougou verschifft.
Diébédo Francis Kéré hat als Form ein schneckenförmiges Gebäude entworfen, das mit der Zeit wachsen kann und sich gleichzeitig an die klimatischen Bedingungen anpasst. Denn wie bei seinen anderen Bauten in Burkina soll auch das Operndorf ohne Klimaanlage gebaut und natürlich belüftet und gekühlt werden. Sein Entwurf kombiniert deshalb traditionelle Lehmbauweise mit modernem, innovativem Stahlbau, ist nachhaltig und vor Ort umsetzbar. Schließlich sollen die Leute am Bauprozess des kreisförmigen Dorfes und des Zentralbaus beteiligt werden – anders als in Europa ist die soziale Komponente in Afrika ein grundsätzlicher Bestandteil eines jeden Bauvorhabens, aber auch einer nachhaltigen Entwicklungshilfe. (Jeanette Kunsmann)
www.festspielhaus-afrika.com
Zum Thema:
Download der Baunetzwoche#102 „Burkina Faso – Im Gespräch mit Francis Kéré”
Quelle: Bau Netz
Many links to subject: Christoph Schlingensief, Francis Kéré, Festspielhaus in Afrika and Aga Khan Award for Architecture:
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Afrika, Aga Khan Trust for Culture, Architectur, Deutschland, Dorf Schule, Klimaanlage ohne Strom | Mit Tag(s) versehen: Aga Khan Award for Architecture, Christoph Schlingensief, Festspielhaus in Afrika, Henning Mankell, Herbert Grönemeyer, Operndorfes in Burkina Faso, Roland Emmerich | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Februar 5, 2010 von paderbornersj
Operndorf Christoph Schlingensief hat eine Vision. Und am Montag nimmt sie auch Gestalt an: in Burkina Faso.
Von Roland Müller
*****
Menschen, die gegen alle Widerstände ihren Lebenstraum verwirklichen, haben schon immer Bewunderung verdient. Vor ihrer Kraft und Leidenschaft, ihrer Ausdauer und Zähigkeit ziehen wir den Hut. Und wir ziehen ihn auch vor Christoph Schlingensief, der seiner Krankheit ein Projekt abgerungen hat, das viele Beobachter zunächst für reine Narretei hielten. Das ist es aber nie gewesen. Sein kühnes und, wie man heute weiß, eben keineswegs närrisches Gedankenprojekt nimmt handfeste Formen an: Am kommenden Montag legt der Aktionskünstler im westafrikanischen Burkina Faso den Grundstein für das Operndorf, dessen Realisierung er seit längerem unerbittlich verfolgt. “Ich bin total glücklich und freue mich wahnsinnig, dass es endlich losgeht”, sagt Schlingensief.
Weiterlesen…
Many links to subject: Christoph Schlingensief, Francis Kéré, Burkina Faso and Aga Khan Award for Architecture
*****
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : AGA Khan, Afrika, Architectur, Berlin, Deutschland, Dorf Schule, Entwicklungspolitische Bildungsarbeit | Mit Tag(s) versehen: Aga Khan Architekturpreis, Aga-Khan-Stiftung, Burkina Faso, Demokratie, Festspielhaus in Afrika | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Februar 3, 2010 von paderbornersj




Begum Inaara Aga Khan besuchte die jährlichen Digital Life Design (DLD) Konferenz im HVB Forum am 26. Januar 2010 in München, Deutschland.
Die DLD Konferenz hat zur Zielsetzung aus aller Welt die unterschiedlichsten Talente von Unternehmern, Philanthropen, Wissenschaftlern, Künstlern, Investoren, Philosophen and kreativen Denkern zusammen zu bringen und bildet eine Platform für Fortschritt im Wechsel der Zeit. DLD ist ein Schmelztopf von Ideen, Erfahrungen und Inspirationen sowie der Beginn neuer Partnerschaften, Investitionen und Geschäftsentwicklungen.
Inaara Aga Khan begrüßte mit einer herzlichen Willkommensrede den Nobel Friedens-Preisträger Professor Muhammad Yunus. Professor Yunus rief zu vermehrten Investitionen in sozialen Bereichen auf, um die weltweit dringendsten Anliegen wie Armut und Gesundheitsprobleme zu bekämpfen.
DLD wurde von Stephanie Czerny und Marcel Reichart im Jahr 2005 gegründet, um eine globale Gemeinde für umfassende digitale Innovationen zu entwickeln. Vorsitzender von DLD ist Hubert Burda, Kunsthistoriker und Gründer von Hubert Burda Media und Yossi Vardi, ein Großanleger in Digital-Projekten. Die DLD Mitglieder treffen sich weltweit in unterschiedlichem Stil und Format, u.a. zu DLD Essen und Veranstaltungen in Palo Alto, London, Tel Aviv, Moskau und New York.
Fotos:
- LIFE.com: Dr. Hubert Burda and Begum Inaara Aga Khan at DLD Conference 2010
- LIFE.com: Stephanie Czerny (Founder of DLD), Singer Donovan, Dr. Hubert Burda, Begum Inaara Aga Khan and Prof. Muhammad Yunus
- LIFE.com: Dr. Hubert Burda, Begum Inaara and Prof. Muhammad Yunus
- LIFE.com: Dr. Hubert Burda, Begum Inaara and Founder of DLD, Stephanie Czerny
Quelle: http://www.princessinaara.de/2010/01/31/dld-konferenz-2010/
->>>>>><<<<-
Abgelegt unter : Deutschland, Digital Life Design | Mit Tag(s) versehen: Begum Inaara Aga Khan, DLD Konferenz, Investoren, Künstlern, Philanthropen, Philosophen, Wissenschaftlern | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 29, 2010 von paderbornersj
Die Integration der nach Europa eingewanderten Muslime sei längst kein Projekt mehr, sondern Realität, so Tariq Ramadan. Bei einer Tagung traf der umstrittene Vertreter der europäischen Muslime auf den Philosophen Jürgen Habermas – und es wurde kontrovers über das Verhältnis Europa-Moderne-Islam diskutiert.

Eine eindrucksvolle Begegnung: Jürgen Habermas und Tariq Ramadan sprachen über den Islam, Europa und seine Bürger.
Am 23. Juni 2008 um 15.05 Uhr ist es zu einer denkwürdigen Begegnung gekommen. Tariq Ramadan, einer der umstrittensten Kämpfer für die europäischen Muslime, begrüßte mit einem Handschlag Jürgen Habermas, den Cheftheoretiker der Neuen Unübersichtlichkeit. Danach kam es nicht etwa zu einem Streitgespräch oder zu einem Dialog. Das hatte die Regie der auch sonst höchst prominent besetzten Tagung “Muslims and Jews in Christian Europe” nicht vorgesehen.Ramadan hielt einen etwa zwanzigminütigen Vortrag, und Habermas stellte ihm im Anschluss daran ein paar Fragen. Habermas sprach von einer nicht gerade gleichwertigen Verteilung der Rollen. Es war dennoch eine sehr eindrückliche Veranstaltung.
Tariq Ramadan ging aus von Umfragen, die ergeben, dass 80 Prozent der in Europa lebenden Einwanderer aus muslimischen Ländern keine praktizierenden Moslems sind. Für sie stellen sich also die meisten der so gern als Integrationsprobleme ins Feld geführten religiösen Fragen nicht. Sie werden dennoch argwöhnisch beobachtet und einem Klima des Verdachts ausgesetzt. Es genügt nicht, Steuern, Kranken- und Sozialversicherung zu bezahlen, seine Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen, gesetzestreu zu sein. Hat man eine andere Hautfarbe, trägt man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache, werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt.
Der Islam ist Teil der europäischen Identität
In den Niederlanden wird darüber diskutiert, dass man ja nicht wisse, was die Einwandererkinder zuhause erzählt bekommen und in welcher Sprache? Tariq Ramadan lächelt ironisch: “Wo bleibt die Trennung von privat und öffentlich? Wo bleibt der Schutz der Privatsphäre?” Er weist auch darauf hin, dass es gerade die Aufgabe der liberalen Öffentlichkeit sein müsste, diese wesentlichen Elemente einer Zivilgesellschaft zu schützen. Es geht ihm darum, dass alle Bürger dieselben Rechte haben.

Die Einwanderer haben Teil an der Wirtschaftskraft Europas.
Die Realität sieht anders aus: Die Einwanderer sind Bürger zweiter Klasse. Für sie gelten nicht die Regeln, die für die Eingeborenen gelten. Das ist nicht, so betont Ramadan mit hochgezogener Augenbraue, was die Europäer als europäischen Wert bezeichnen. Europa braucht die Einwanderer. Es kann sich seinen Lebensstandard ohne sie nicht leisten. Also muss es mit ihnen leben. Europa muss begreifen, dass die Integration der Muslime kein Projekt mehr ist, sondern Realität. Die europäische Identität, so Ramadan, hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Die Muslime und der Islam gehören inzwischen dazu.

Es ist kurios, dass man angesichts der Möglichkeit der Aufnahme der Türkei in die europäische Union eine Debatte darüber führt, ob Europa ein islamisches Land – zudem noch ein säkularer Staat – verkraften könne, während längst Millionen Muslime gute Europäer geworden sind. Sie sind jedenfalls bessere, tolerantere, offenere Europäer als die Europäer selbst es während eines Großteils ihrer Geschichte waren: “Man verlangt von uns bessere Europäer zu sein, als die Europäer selbst es sind.”
Weiterlesen »
Abgelegt unter : Civil Society, Der Western, EU, Islam, Judentum, Zuwanderungsgeschichte, pluralismus | Mit Tag(s) versehen: Demokratie, Deutschland, Europäer, Integration, Islam in Europa, Ohne Muslime kein Europa, pluralistischen Gesellschaft | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 29, 2010 von paderbornersj
Afghanistan-Konferenz Gruppenfoto in Lancaster House (newsteam.co.uk/ Crown Copyright)
Die Londoner Afghanistan-Konferenz hat sich auf einen ganzheitlichen Ansatz geeinigt, um die weitere Entwicklung des Landes voranzubringen. Auf dem Weg zu mehr afghanischer Eigenverantwortung sagten die Konferenzteilnehmer sowohl mehr zivile Hilfe als auch einen verstärkten Aufbau der afghanischen Sicherheitsorgane zu. Gleichzeitig verpflichtete sich die afghanische Regierung zu “guter Regierungsführung”. Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden, er bezeichnete die Konferenzergebnisse als “Wendepunkt”.
Für Westerwelle ist die Konferenz mit einem “außergewöhnlich gutem Ergebnis” zu Ende gegangen. Jetzt beginne der Prozess der “Übergabe in Verantwortung” an die afghanische Regierung. Noch 2010 komme es zu einer Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen in bestimmten Gebieten, 2011 würden schrittweise auch deutsche Truppen abgezogen, ab 2014 solle Afghanistan selber die Sicherheit im Land garantieren können.
Weiterlesen…
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Afghanistan, Berlin, Deutschland, EU, Entwicklungspolitische Bildungsarbeit, Pakistan, USA | Mit Tag(s) versehen: Afghanistan, Deutschland, Neuanfang für Afghanistan, Taliban | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 26, 2010 von paderbornersj
Von Barbara Unmüßig
Am 28. Januar soll in London eine Gesamtstrategie für Afghanistan beraten werden. Wie so häufig stehen die militärischen Strategien und Truppenkontingente im Zentrum des öffentlichen Interesses. Viel weniger diskutiert werden die massiven Defizite und Probleme des zivilen Aufbaus. Wie soll hier eigentlich der Strategiewechsel aussehen? Denn die Perspektiven für einen militärischen Abzug sind unverbrüchlich mit den Fortschritten beim zivilen Aufbau verknüpft. Wie sollen die massiven Defizite des zivilen Aufbaus, die grassierende Korruption, der Drogenanbau bekämpft werden? Davon ist auch im Vorfeld der London-Konferenz wenig die Rede. Über den Überlegungen westlicher Staaten, wie sie schnellstmöglich ihren Rückzug aus Afghanistan planen können, gerät völlig aus dem Blickwinkel, worum es eigentlich gehen sollte: den Wiederaufbau Afghanistans für und vor allem mit den Afghanen.
(…)
Nicht zu vergessen die Korruption: Sie ist ein, wenn nicht das drängende Thema in Afghanistan. Korruption unterminiert das Ziel der Stabilität und Sicherheit in Afghanistan. Doch Korruption ist nicht nur ein Problem des afghanischen Staates, sondern auch etwas, das von den ausländischen Gebern toleriert oder befördert wird. Die internationale Gemeinschaft muss hier auf stärkere Konditionalität setzen. Positive Ansätze wie ein Rechtsstaatlichkeitsfonds oder interne Prüfungsabteilungen, die Korruptionsbeschwerden nachgehen, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Sie müssen ausgeweitet und ergänzt werden. Erste erfolgreiche lokale Initiativen wie das Projekt „Social Auditing“ der Aga Khan Stiftung können die Richtung weisen. Mehr Geld jedenfalls wird das Problem der Korruption nicht entschärfen, wenn es keine Gegenmaßnahmen gibt.
Read full article at: Heinrich Böll Stiftung
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Afghanistan, Aga-Khan-Stiftung, Deutschland, EU, Menschenrechte, Türkei, USA | Mit Tag(s) versehen: Afghanistan, Aga-Khan-Stiftung, Demokratie, Der Einfluss Pakistans, Heinrich Böll Stiftung, Korruption, Projekt Social Auditing, Taliban, Wiederaufbau Afghanistan | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 24, 2010 von paderbornersj
Christoph Schlingensief hat im vergangenen Jahr mehrere Reisen nach Afrika unternommen, um nach einem Ort für ein Festspielhaus zu suchen und hat sich für Burkina Faso entschieden.
Eine Schule mit Musik- und Filmklassen soll gebaut werden und ein Theater mit Probenräumen und Übernachtungsmöglichkeiten: ein Operndorf, wie Christoph Schlingensief es nennt, ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Prominente Unterstützer wie Henning Mankell, Roland Emmerich und Herbert Grönemeyer hat Schlingensief schon gefunden. Im Januar beginnt der Bau des ungewöhnlichen Operndorfes in Burkina Faso. FOYER mit einem Bericht zum Stand der Dinge.
Festspielhaus Afrika
»Für mich ist das so ähnlich wie eine Landung auf dem Mond« (tip)

Es klingt so wahnwitzig wie das Opernhaus-Projekt in Werner Herzogs „Fitzcarraldo“: Christoph Schlingensief will im afrikanischen Burkina Faso ein Festspielhaus bauen. Warum diese Idee sehr viel besser ist, als es den Anschein hat, und wieso bei der Verwirklichung vor allem Afrikaner zum Zuge kommen sollen, erklärt Diébédo Francis Kéré, Schlingensiefs Architekt, im tip-Gespräch
tip Herr Kéré, Sie bauen für den deutschen Regisseur Christoph Schlingensief im afrikanischen Burkina Faso ein Festspielhaus, manche sprechen sogar von einem Opernhaus. Wozu braucht Burkina Faso das?
Diébédo Francis Kéré Das habe ich mich auch gefragt, als man dieses Projekt an mich herangetragen hat. Peter Anders, der Afrika-Koordinator des Goethe-Instituts, sprach mich 2008 in Johannesburg an, wo ich einen Vortrag gehalten habe. Er erzählte mir, dass Christoph Schlingensief für den Bau eines Opernhauses in Afrika noch einen Ort und einen Architekten sucht und ich mich später in Deutschland mal bei Schlingensief melden sollte. Ich habe daraufhin nur gelacht. Ich hielt das Ganze für einen Joke.
tip Einer Fachöffentlichkeit sind Sie bekannt geworden, als Sie 2004 den angesehenen und mit 70.000 Euro dotierten Architekturpreis Aga Khan Award for Architecture gewonnen haben. Ihr Wettbewerbsbeitrag war eine von Ihnen für weniger als 50.000 Euro gebaute Schule in Ihrem burkinischen Heimatort Gando, die unter anderem gegen die Petronas Towers in Kuala Lumpur konkurrierte, einem 1,2-Milliarden-US-Dollar-Projekt. Was ist das Besondere an Ihrer Schule?
Weiterlesen:
more about “FESTSPIELHAUS AFRIKA by Christoph Sch…“, posted with vodpod
more about “FESTSPIELHAUS AFRIKA by Christoph Sch…“, posted with vodpod
Links zur Aga Khan Architekturpreis:
->>>>><<<<<-
Abgelegt unter : Afrika, Aga Khan Trust for Culture, Architectur, Dorf Schule | Mit Tag(s) versehen: Aga Khan Award for Architecture, Christoph Schlingensief, Festspielhaus in Afrika, Henning Mankell, Herbert Grönemeyer, Operndorfes in Burkina Faso, Roland Emmerich | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 22, 2010 von paderbornersj
Die internationale Gemeinschaft und die lokale Politik sollten der Bedeutung von Kultur in Afghanistan mehr Beachtung schenken, meint der international bekannte Popstar und UN-Sonderbeauftragte, Farhad Darya. Eleonore von Bothmer hat sich mit ihm unterhalten.

Farhad Darya: “Ich versuche seit vielen Jahren, der Welt die Normalität und das wirkliche Gesicht Afghanistans zu zeigen. Im Westen erfahren die Menschen von Afghanistan nur über die Medien” Der Einfluss der Politik hat Grenzen. Wie viel Macht hat Musik auf eine Gesellschaft?
Farhad Darya: Wir alle wissen, wie mächtig Musik ist. Aber die Welt macht sich nicht klar, wie wichtig sie für die Afghanen ist. Sie ist im Grunde der einzige loyale Freund, der ihnen in dieser turbulenten und sozio-politisch heiklen Zeit geblieben ist – mit all den Kriegen, die afghanische und nichtafghanische Warlords geführt haben. Etliche Ansätze sind gescheitert, aber die Musik war in den letzten Jahrzehnten immer da für die unterdrückten und frustrierten Menschen. Als das kommunistische Regime begann, Afghanistan zu beherrschen, missbrauchte es dieses starke Werkzeug im Dienste seiner Ideologie.
Als die Mujaheddin die Macht ergriffen, war einer der ersten Bereiche, den sie attackierten, die Musik. Später stellten die Taliban ihre Existenz unter Beweis, indem sie Musik zu Tode verbannten und verfluchten. Und warum? Weil Musik den Menschen in Afghanistan immer schon Mut gemacht hat und die Diktatoren sie schon immer fürchteten. Trotz ethnischer Grenzen und Stammesunterschiede konnten und können die Menschen immer noch am besten und tiefgreifendsten durch die Musik miteinander kommunizieren. Weiterlesen »
Abgelegt unter : Afghanistan, Der Western, Islam, Religionen | Mit Tag(s) versehen: Afghanistan, Afghanistan und Musik, Deutschland, Kultur in Afghanistan | Kommentar schreiben »